Polyneuropathie Screening

Polyneuropathien sind generalisierte Erkrankungen des peripheren Nervensystems. Dazu gehören alle außerhalb des zentralen Nervensystems (Gehirn, Rückenmark) liegenden Anteile der motorischen, sensiblen und autonomen Nerven, einschließlich der Hirnnerven.

Polyneuropathien können sich akut (wenige Wochen), subakut (über Monate) oder auch sehr langsam schleichend (über Jahre) entwickeln und haben verschiedene Verteilungsmuster.

Es gibt längenabhänge Polyneuropathien bei denen die Beschwerden an den Füssen oder Händen beginnen, Schwerpunktneuropathien und Multiplex-Neuropathien. Ferner unterscheidet man zwischen sensiblen, vegetativen und motorischen Neuropathien, die isoliert oder gemischt auftreten können.

Für die Einteilung ist auch der Ort der Schädigung von Bedeutung.

  neuronal, im Kerngebiet der Nerven
  axonal, am Nervenkabel
  demyelinsierend, an den Hüllstrukturen der Nerven wie die Schwann'schen Zellen und Markscheide)

Insbesondere bei voranschreitenden Polyneuropathien muss sehr sorgfältig nach den Ursachen gesucht werden. Dabei bedarf es teilweise einer umfangreichen oder invasiven Diagnostik wobei insbesondere die Labordiagnostik von großer Bedeutung ist.

Beim Grundlabor werden untersucht:

  Blutzucker, HbA1c
  Leberwerte, insbesondere Gamma GT
  Borreliose-Serologie
  Immunelektrophorese, Immunfixation
  Rotes Blutbild, (Hb, MCV, MCH)
  BSG, CRP
•  Cholestrin,Triglyzeride
  Vitamin B12 (Homocystein i.S., Methylmalonsäurei.U.)
  Folsäure
  Liquordiagnostik

Spezielle Untersuchungen bei Neuropathien unbekannter Ursache sind:

  Schilddrüsenwerte
  Vaskulitis-Kollagenose-Parameter (ANA, ENA, ANCA)
  Hepatitis-C-AK
  Kryoglobuline
  Nervenantikörper (anti-GM1, anti-GQ 1b, anti-MAG)
  Paraneoplasie-assoziierte Nervenantikörper (anti-Hu, anti-Yo)
  Vitamin B1, B6, E Spiegel
  Nervenbiobsie
  Epidermale Hautbiopsie

Drucken